Bei diversen Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass viele Leute wenig Ahnung haben, worum es beim Bürgerentscheid geht, dass sie falsche Informationen haben, oder meinen, sie seien nicht betroffen.
Daher hier ein paar Fakten und Anmerkungen von meiner Seite:
- Die Gemeinde Egelsbach bekommt nicht mal 400.000 Euro dafür, dass sie ihre Anteile und Rechte (!) verkauft.*
Das saniert den Egelsbacher Haushalt lange nicht und wird verdunsten wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Und was einmal verkauft ist, ist verkauft, eine zweite Chance gibt es nicht.
- Mit dem Verkauf der Anteile verkaufen wir auch sämtliche Beinflussungsrechte für die nächsten 5 Jahre.
In dieser Zeit ist die Sache mit dem Ausbau gelaufen.
- Eine Nachschusspflicht besteht – entgegen anderslautender Behauptungen – nicht. Das heißt, wenn eine Kapitalerhöhung durchgeführt wird, muss die Gemeinde nicht mitziehen. Der relative Anteil schrumpft dann zwar, aber der absolute nicht. Ein Anteil (auch ein geringerer als jetzt) garantiert uns als Anteilseigner ein Informationsrecht.
- Wie sieht die Zukunft mit einem Ausbau aus? Jedem ökonomisch denkenden Menschen muss klar sein, dass eine Investition sich irgendwann amortisieren soll. Und wenn die Bahn schon erweitert wird, warum nicht Flugverkehr von Frankfurt nach Egelsbach holen? Wer dies nicht täte, wäre ein schlechter Geschäftsmann.
- Es gibt eine „Vereinbarung über den Flugplatzbetrieb„, der die Egelsbacher vor zu starken Belastungen schützen soll.
Die Formulierungen in dieser Vereinbarung sollten eigentlich jeden normal bemittelten Menschen stutzig machen. Keines der Ziele ist operational definiert. Es wird „bemüht„, „geplant„, „sich stark gemacht“ für alles mögliche, aber die konkreten Vereinbarungen fehlen. Wer unterschreibt so etwas?
(Zur Erinnerung: Operationale Ziele sind immer messbare Ziele, die so präzise definiert sind, dass Art und Ausmaß der Zielerreichung eindeutig bestimmt werden können. [1] Erst mit der Operationalisierung von Zielen wird die Ergebniskontrolle des Zielerreichungsgrades und die Analyse von Abweichungen möglich.[2])
Als Denkanstoß für die, die nicht in der Einflugschneise wohnen und sich nicht betroffen fühlen:
- Mehr Jets in Ost-An-und Abflug heißt, mehr Hubschrauber und Kleinflugzeuge in der Warteschleife über dem Brühl und Langen.
- Was passiert wohl mit Egelsbach, wenn aus den betroffenen Ortsteilen die Leute wegziehen, die es sich leisten können? Es geht direkt und indirekt jede Menge Kaufkraft verloren, was dem Ort insgesamt nicht gut tun wird.
Wer beim Bürgerentscheid mit JA stimmt, stimmt dafür, dass unsere Anteile und Rechte erhalten bleiben.
Es ist keine Abstimmung gegen den Flugplatz generell!
* Um genau zu sein, gibt es noch einen weiteren Topf, aus dem als Belohnung für kooperative Anteilsverkäufer Geld verteilt werden soll. Wie viel davon an Egelsbacher Projekte gehen würde, würde später durch einen Beirat festgelegt.